ZUM GEDENKEN Oberschulrat Anton Wirthensohn

Schulfamilie als Herzensanliegen


BREGENZ Am 14. Oktober 2020 verstarb unerwartet Oberschul- rat Volksschuldirektor i. R. An- ton Wirthensohn im Alter von 74 Jahren.

Er hatte sein Leben seiner Familie, „seiner Schule“, der Volksschule Schendlingen, der zweitgrößten Volksschule Vorarlbergs und seinen vielen Schülerinnen und Schülern gewidmet.

Anton Wirthensohn wurde am 22. Mai 1946 in Bregenz geboren. Schon im Alter von einem Jahr verlor er seinen Vater. Er wuchs in Doren auf und besuchte dort auch die Volksschule. Anschließend war er Internatsschüler am Gymnasium Mehrerau in Bregenz, wo er auch maturierte. Nach der Reifeprüfung besuchte er die Pädagogische Akademie in Feldkirch. Den Grundwehrdienst beim Bundesheer absolvierte er in Landeck. Dort lernte er auch seine Gattin Elisabeth kennen. Der Ehe entsprangen zwei Töchter und in der Folge vier Enkel kinder.

Nach Lehrertätigkeiten an den Volksschulen Lingenau und Gaißau und der Übersiedelung nach Bregenz wurde Anton Wirthensohn am 1. September 1969 an der Schule Augasse Volksschullehrer und am 1. September 1984 wurde ihm die Stelle des Leiters der Volks- schule Bregenz-Schendlingen übertragen. Im Jahre 2008 trat er am 31. August in den Ruhestand. Nebenberuflich übte er auch noch die Internatsaufsicht in Schloss Hofen aus. Im Jahre 1997 verlieh ihm der Bundespräsident den Berufstitel Oberschulrat.

Sein Nachfolger, Direktor Bruno Jagg, erinnert sich: „Mein erstes Zusammentreffen mit Toni fand Ende Juni 2008 in der Volksschule Schendlingen statt. Es war dies in seinen letzten Tagen als aktiver Leiter der Schule. Voller Stolz zeigte er mir seine Schule. Es war ihm ganz wichtig, dass er als dritter Direktor der Schule mit 24 Dienstjahren der längst dienende Direktor dieser Bildungseinrichtung ist. Mit Schul- beginn 2008/2009 fiel es ihm dann sehr schwer, in die Schule zurück- zukehren. Er war aber jederzeit bereit, Auskünfte oder Hilfestellung zu geben. Zeit seines Direktoren- lebens war ihm die ,Schulfamilie Schendlingen‘ eine Herzensangele- genheit. Auf Projekte seiner Schüler und Lehrer war er sehr stolz. Toni war auch als Redner bekannt, der bei jeder Gelegenheit gerne das Wort ergriff – sei es beim alljährlichen Neulehrerempfang der Stadt Bregenz oder den Weihnachtsfeiern der Bregenzer Schulleiter.“

Sein Hobby kann man mit Fußball und allem, was dazugehört, umschreiben. Dazu kam der jährliche Wanderausflug mit seiner Gattin und Freunden nach Südtirol und gerne war er auch als Nikolaus für Bregenzer Familien unterwegs.

Für das Team der Seniorenbörse Bregenz sagt Obmann Brigadier i. R. Gottfried Schröckenfuchs: „Unser Toni war als Gründungsmitglied und Vizeobmann seit Beginn der Seniorenbörse Bregenz mit seiner sonoren Stimme das wichtigste Sprachrohr unseres Vereines, wenn es galt, rasch wirksame Hilfe für unsere Senioren zu organisieren. Seine liebenswürdige Art und seine stete Freundlichkeit haben sehr zu unserem großen Erfolg beigetragen.

 Ernest Enzelsberger