hapf redete mit Obmann Gottfried Schröckenfuchs über die Seniorenbörse, ihre Entwicklung und Aufgaben.

. (hapf) Sie haben Spaß an dem, was sie tun und erfüllen damit eine wichtige Aufgabe in unserem Gemeinwesen. Gemeint sind die Mitglieder der Seniorenbörse Bregenz. Bei ihrer dritten Jahreshauptversammlung zogen die „Börsianer” eine stolze Bilanz. bregenz.vol.


hapf redete mit Obmann Gottfried Schröckenfuchs über die Seniorenbörse, ihre Entwicklung und Aufgaben.

Seit ihrer Gründung von vier Jahren nahm die Seniorenbörse eine steile Entwicklung. Wieviel Mitglieder hat sie heute in ihren Reihen?

Gottfried Schröckenfuchs: Wir haben aktuell 647 Mitglieder in der Seniorenbörse Bregenz. Der Zulauf ist ungebrochen, wir nehmen jede Woche neue Mitglieder auf. Es ist offensichtlich ein Bedürfnis der Senioren, bei der Seniorenbörse mitzuwirken.

Wieviele Menschen nehmen jährlich die Dienste der Seniorenbörse in Anspruch?

Gottfried Schröckenfuchs: Ungefähr ein Drittel unserer Mitglieder ist ausschließlich auf Hilfe angewiesen. Ein zweites Drittel leistet Dienste und ist fallweise auch auf Unterstützung angewiesen. Das letzte Drittel ist noch rüstig, sehr beschäftigt und noch nicht auf Hilfe angewiesen, ist aber Mitglied und unterstützt daher ideell den Gedanken der Seniorenbörse. Im vergangenen Jahr leisteten unsere Mitglieder ehrenamtlich mehr als 4.000 Stunden Hilfsdienste und Betreuung.

Welche Leistungen bzw. Handreichungen werden dabei am stärksten nachgefragt?

Gottfried Schröckenfuchs: Unsere älteren Mitglieder sind zumeist auf kleinere Handreichungen und Hilfen im Haushalt sowie im Garten angewiesen. Sehr wichtig ist auch das Gespräch, Begleitung beim täglichen Leben und Zeit schenken. Aber auch Hilfe am Computer oder I-Pad wird immer häufiger nachgefragt.

Was sind denn die Stärken der Seniorenbörse?

Gottfried Schröckenfuchs: Für rüstige Senioren ist es ganz wichtig, ihre lebenslange Berufserfahrung einbringen zu können. Und dies frei von beruflichen Stress oder Zwang, in eigener Entscheidung und eigener Zeiteinteilung. Dabei spielt die ehrenamtliche Tätigkeit und das Wohlbefinden nach einer positiven Tätigkeit sicherlich auch eine große Rolle.

Wie entwickelte sich das Projekte Leseoma/Leseopa?

Gottfried Schröckenfuchs: Dieses Projekt hat sich in den letzen drei Jahren sensationell entwickelt. Starteten wir mit 4 Leseoma´s an einer Schule , so haben wir zur Zeit 36 Lesepaten (es sind Oma´s und Opa´s) an drei Volksschulen in Bregenz im Einsatz. Eine klassische win – win Situation für Schüler, Senioren und Lehrpersonal. Einen großen Dank an alle Lesepaten, Lehrer und Schulen für dieses innovative Projekt.

Wie läuft es beim neuen Projekt mit der Handwerksschule?

Gottfried Schröckenfuchs: Dieses Projekt, wir nennen es „Spaß am Handwerk”, wird heuer an der VS Rieden im Zuge der Ganztagesbetreuung durchgeführt. Es planen und bauen drei Senioren mit den Schülerinnen und Schülern eine Modelleisenbahn. Dabei kommen die Kinder erstmals mit handwerklichen Tätigkeiten in Berührung. Auch hier wollen wir das Projekt noch weiter ausbauen und suchen gerne interessierte Senioren, welche ihr handwerkliches Können den Kindern weitergeben wollen.

Die Seniorenbörse war heuer wieder aktuell beim Spielefest des Lebensraumes mit dabei. Wie gestaltet sich die Arbeit mit Kindern?

Gottfried Schröckenfuchs: Für Senioren ist die Arbeit mit Kindern oft sehr befruchtend. Beim Spielefest werden mit Volksschülern Spiele gespielt, die heute fast in Vergessenheit geraten sind. So können „Blinde Kuh” oder „Sackhüpfen” auch an die heutige Generation weitergegeben werden und die Senioren haben einen gesunden Bewegungsnachmittag gehabt.

Was war in der Zeit seit der Gründung für Sie das schönste Erlebnis?

Gottfried Schröckenfuchs: Wenn man in einer für ältere Menschen vielfach aussichtslosen Situation rasch und unbürokratisch helfen kann. Wenn Senioren auf einen Anruf antworten: „Ja, das mach ich, ich bin in einer Stunde dort”, dann ist das ein sehr befriedigendes Gefühl, dass man mit dieser Idee am richtigen Weg ist.

Wo liegen für Sie die künftigen Herausforderungen?

Gottfried Schröckenfuchs: Dass die Idee der Seniorenbörse auch nachhaltig weiter wächst. Wir hatten vor 4 Jahren in Vorarlberg 4 Seniorenbörsen, heute haben wir aktuell 18 und die nächste ist im Leiblachtal in Gründung. Auch über unsere Landesgrenzen hinweg ist die Saat bereits gesät und das Pflänzchen sprießt schon langsam weiter. An Nachwuchs dürfte es ja nicht fehlen und die Selbstorganisation ist auch eine Herausforderung der zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklung. So gesehen bin ich sehr zuversichtlich für die Seniorenbörsen und ihre Mitglieder.

Danke für das Gespräch.

http://www.vol.at/bregenz/ein-befriedigendes-gefuehl-auf-richtigem-weg-zu-sein/3983810